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3-Talsperren-Marathonam 15. September 2012 in und um Eibenstock

berichtet von Birgit Mohr

Wenn man sich im Internet die Präsentation für diese Veranstaltung ansieht, findet man folgenden Satz:  „Die anspruchsvolle aber gleichzeitig landschaftlich einmalig schöne Strecke führt über Waldwege und asphaltierte Straßen und stellte für alle Aktiven eine große Herausforderung dar.“

Diese Beschreibung stimmt ganz und gar.

Den 3-Talsperren- Marathon in Eibenstock hatte ich nicht lange geplant. Ich stieß im Internet auf diesen Lauf und wusste, den will ich laufen.  Also nach dem gelungenen und richtig schönen Etappen-lauf im Elbsandsteingebirge noch ein paar ordentliche  Trainingsläufe und dann ab ins Erzgebirge.  In Eibenstock wird bei diesem Event nicht nur der Marathon angeboten, man kann auch einen Halben laufen oder 8 km. Und außerdem gibt es am gleichen Tag drei Radrennen, über 100 km, 50 km und 30 km.  Schon in der Ausschreibung steht: „nicht für Rennräder geeignet“. Auch das stimmt ganz und gar.

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Und so kam ich also am Freitag, einen Tag vor dem Lauf, im Erzgebirge an, verbrachte eine ganz  gute Nacht und  machte mich am Samstag in der Früh auf den Weg zum Start. Und dort wuselte es von Autos …. mit Mountainbikes beladen - auf dem Dach, hinten drauf, innen drin …. Räder wohin man blickte.  Die Radler fuhren sich warm und ich guckte zu. Was für ein Anblick, was für ein Sound!! Ich habe gute Laufschuhe, ein schönes Rennrad und auch schon zwei Schwimmbadekappen. Aber nach 20 Minuten wusste ich: Ich brauche ein solches bike! Ansonsten bin ich absolut unvollkommen. Nun, zwischenzeitlich hat mein Geist sich erholt und ich habe mir kein Mountainbike gekauft, denn schließlich habe ich gute Laufschuhe, ein schönes …und…. Aber man sollte nie nie sagen.

Vor den Marathonis starteten die 100 km- und die 50 km-Radler. Da ging schon die Post ab. Und dann waren wir dran. Noch am Start begegnete ich ein paar netten Läufern, die nur so schwärmten von der Strecke. Man konnte also gespannt sein. Das Streckenprofil im Internet verspricht aber auch gehörige Anstrengung und so war es auch. Nach einem kurzen Abstieg (der für mich absolut keine Erholung ist), geht es so ungefähr  16 oder 17 km fast nur bergauf, zum Teil so steil, dass ich gehen musste. Keine Zeit, sich frei zu laufen, keine Chance auf Erholung. Meine Beine waren schwer und blieben es. Aber die Bewohner dort sind richtig richtig gut. Bei km 7 geht es recht steil, ich war gera-de mit einer Berlinerin unterwegs und rief den Leuten zu, dass wir Flachländer bei diesem Steilstück gehen dürften. Einer rief zurück: „Noch könnt Ihr lachen!“ Er hatte nicht ganz Unrecht. Mitten im Wald dann Wimpelketten und bunt angeputzte Leute, die nur für uns jubelten. An anderer Stelle zwei Autos, alle Türen auf und ein Heidenlärm. Darum zwei Familien nur für uns. Danke danke an dies lieben Zuschauer.

Ich kämpfte mich also über die Strecke, irgendwo ein Schild: „höchster Punkt“, klasse nur es  geht weiter runter und rauf. Auf der ersten Hälfte kommt die erste Talsperre Carlsfeld. Extra für uns saßen bei den Talsperren die zuständigen Leute, haben das Tor aufgeschlossen und warteten und warteten bis alle durch waren.  Auf Halbmarathondistanz war ich schon recht platt, danach wird es – zum Glück – leichter. Die km wurden rücklaufend angezeigt, das fand ich ganz angenehm – das geht so schön dem Ziel zu. Verpflegungsstellen gab es reichlich mit Iso, Cola, Wasser, Tee, Schleim, Früchteriegel (mundgerecht), Obst, Traubenzucker – was da wieder alles dankenswerterweise in den Wald gekarrt wurde –  einfach Spitze. Dazu wurde jede Verpflegung rechtzeitig angezeigt und gleichzeitig die Distanz bis zur Nächsten - richtig richtig gut.

Ich lief also mit schweren Beinen durch eine schöne Landschaft zur nächsten Talsperre Sosa. Bei jeder Talsperre läuft man auf die Staumauer zu und hat einen richtig guten Blick auf das gesamte Gebiet.  Es geht durch Wald in schöner Landschaft, es ist wahrlich ein besonderer Lauf!!! Die dritte Talsperre Eibenstock kommt 4 km vor dem Ziel. Ich war lange allein und weit hinten unterwegs. Auf einmal rannten eine Menge Männer an mir vorbei – Wo haben die denn die Kraft auf einmal her?  Schließlich wurde mir klar, das sind die Halbmarathonis. Und so war ich nicht mehr so einsam. Aber ich war so so müde, die Beine taten weh. Zum Glück half der Schleim richtig gut – schön lauwarm und trinkgeeignet – der hat mich gerettet.   An der letzten Talsperre verharrte ich kurz, blickte die Mauer hinunter und auf der anderen Seite auf den glänzenden See. Das ist schon außergewöhnlich, zumal man sonst gar nicht so auf die Mauern kommt. Alles nur für uns – und ich war so müde. Die letzten km gehen wieder nur hoch, das wusste ich und es war eine Kämpferei. Ich schaffte es schließlich noch unter 5 h – und weil wieder einmal sehr wenig Frauen am Start waren, kam ich in meiner AK als Dritte ins Ziel. Das brachte mir eine wunderschöne (Erinnerungs)-Medaille ein. Das ist wirklich schön.

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Nach einiger Erholung bin ich dann noch nach Berlin zurück gefahren, tief beeindruckt von diesem für mich schweren und so schönen Lauf. Und nun will ich wie immer schauen, was als Nächstes kommt und meine Sammlung an besonderen und schönen Erinnerungen erweitert.

 

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Mein Lauf über die Köhlbrandbrücke in Hamburg

Ein Bericht von Annette Kokoschko

 Zum Tag der Deutschen Einheit zog es mich mal wieder nach Hamburg.

Zwar steckte mir noch der Berlin-Marathon in den Knochen, aber dennoch wollte ich unbedingt diesen Lauf über die imposante Brücke wagen.

12 km bei einer Steigung von mehr als 14 Prozent und dies gleich zweimal, nämlich einmal hin und wieder zurück, dies wollte ich als kleinen Test für die Rügenbrücke ausprobieren.

Mit dem Linienbus Berlin-Hamburg ging es morgens um 7 Uhr nach Hamburg. Ein herrlicher Sonnenaufgang begleitete meine Fahrt in den Tag. Pünktlich um 10 Uhr traf ich in Hamburg ein und fuhr mit der S 3 weiter Richtung Veddel. Von dort marschierte ich allerdings glatte 3 km ins Startgebiet. Kein Shuttle stand für die Läufer zur Verfügung.

Ja….so ist das im Norden. Hart aber herzlich.

Im Startbereich herrschte reges Treiben. Im Umkleidezelt traf ich nette Mädels aus Wedel, die ich vom Blankeneser Heldenlauf kannte. Auch ihnen fiel die Entscheidung schwer, was frau anziehen sollte. Es herrschte ein eisiger Wind und irgendwie waren wir wohl alle von der Sonne irritiert.

Der Moderator des Rahmenprogramms formulierte es so:“….es is n‘ bisschen frisch im Gesicht….., aber wenigstens regnet es nicht“.

Alles eine Frage der Betrachtung …… na klar.

Ich entschied mich für ein Langarmshirt und Buff auf den Kopf und marschierte zum Start…..und war mir nicht sicher, ob das eine gute Entscheidung war.

Aber als der Startschuss fiel und wir uns in Bewegung setzen, spürte ich die Kälte kaum noch. Ein lockerer Kilometer nahezu eben ging es im Hafenbereich entlang und dann ging es schon los mit der Brücke und dem langgezogenen Anstieg…… und was ich völlig unterschätzt hatte…..auch mit dem Wind.

Ich lief und schaute auf die verschiedenen Ausblicke, die immer schöner wurden, je höher man auf die Brücke kam……und ärgerte mich, das ich mein Handy nicht dabei hatte, um Schnappschüsse zu machen.

Der Wind peitschte extrem, aber irgendwie versuchte ich mich immer abzulenken und dies gelang mir auch ganz gut. Ich dachte vor allem daran, dass es gleich etwas abwärts gehen müsste und somit das Laufen leichter fallen müsste. Aber dem war nicht so.

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Lauf mal bergab bei starkem Gegenwind. Ich war komplett irritiert und völlig fasziniert von den Fotografen, die sich in der Mitte auf die Leitplanken an die Masten drückten , um so schöne Fotos von den Läufern schießen zu können.

Bei Kilometer 5,5 ging es einmal kurz von der Brücke runter und eine extra Schleife musste absolviert werden. Das war Balsam für meine Beine. Doch dann ging es zurück auf die Brücke in die Gegenrichtung – also das gleiche Procedere nochmal retour.

Ich hatte auf der Rücktour das Gefühl, dass der Wind nochmal zugelegt hatte und stemmte mich mit aller Kraft dagegen. Lief ich abwärts gerade eben noch einen 6er Schnitt, so schaffte ich es nun gerade mal mit einem 7:30er Schnitt vorwärts zu kommen. In Windspitzen war es sogar ein 7:50er Schnitt. Viele um mich herum walkten und verschafften sich bei einem kurzen Foto-Stop eine kurze Verschnaufpause.

Ich lief, wenn auch langsam, immer weiter und motivierte mich selbst mit dem Gedanken, dass der höchste Punkt der Brücke bestimmt bald geschafft ist.

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Als ich ihn erreicht hatte, rollte eine Freudenträne über meine Wange und ich versuchte einfach nur noch locker weiterzulaufen. Abwärts zu laufen, sich dem Wind entgegen zu stemmen und das Gefühl zu haben, doch nicht wirklich vom Fleck zu kommen, war schon irgendwie eine völlig neue Erfahrung für mich.

Das Ziel erreichte ich bei 01:19 h und war überglücklich, es geschafft zu haben. Von 4200 Läufern landete ich auf Platz 842 und sogar auf Platz 71 in meiner AK.