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3. Cross Challenge in der Döberitzer Heide am 26.10.2014

Ein Bericht von Gabi Lipfert

Zum 3. Mal fand am Rande von Berlin, in der Döberitzer Heide, die Cross Challenge statt. Veranstalter ist der SCC Event Berlin GmbH.
Bei dieser Laufveranstaltung handelt es sich um einen Cross-Hindernislauf, der auf einem 13,5 km langen Rundkurs größtenteils auf einem Übungsplatz der Bundeswehr stattfindet. Dabei sind neben Sandhügeln und langen Sandpassagen auch viele künstlich angelegte Kletterhindernisse, Kriechpassagen, Wasserbecken und Wasserrutsche zu überwinden.

Birgit Mohr (Möhrchen) hatte bereits im letzten Jahr daran teilgenommen. Voller Begeisterung und Euphorie über diesen „Spaß“ überredete sie mich zu Beginn des Jahres zu einer Anmeldung über die lange Distanz von 26 km, der Black Lane.

Nun verlief das Jahr wegen meiner verletzungsbedingten Laufpause nicht wie gewünscht, so dass mein Leistungsvermögen aufgrund meines Trainingszustandes und Übergewichtes gefühlt bei 50% liegt. Daher sah ich der Cross Challenge recht skeptisch und mit wenig Begeisterung entgegen.
Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich auf die halbe Distanz umgemeldet. Das geht jedoch leider beim SCC nicht.

Die Organisation, Versorgung, Rahmenprogramm und Stimmung im Start-/Zielbereich waren jedoch toll. Mein Mann Andreas war auch mit. Er sollte fotografieren und Möhrchen und mich nach dem ersten Rundendurchlauf anfeuern. Ich rechnete damit, für die Gesamtstrecke über 4h zu brauchen.

 

 

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurde in mehreren „Wellen“ gestartet. Möhrchen und ich waren im ersten Startblock.

Das erste Hindernis kam nach etwa 1,5 km und war ein Strohballen. Ohne Hilfe wäre ich da nicht rüber gekommen. Hier fehlt mir die nötige Sprung- und Armkraft (Anspringen, in Armstütz und hochziehen…) Naja, es waren genug Männer da, die mich hochschoben. Dann ging es über mehrere Sandhügel hoch und runter und über Sandfelder. Es folgten Kletterhindernisse , schräge Wände, über die man mit Hilfe von Seilen gelangen konnte.

In der ersten Runde kam es oft zum Stau vor einem Hindernis. Das kam mir jedoch gelegen, denn es nahm mir den „Geschwindigkeitsstress“ und ich hatte nicht so das Gefühl, nur langsam „hinterherzulaufen“. Nach etwa der Hälfte der Runde ging es dann in´s Wasser. Es war ein mit Wasser gefüllter Container in den man rein und wieder rausklettern musste. Bei meiner Größe reichte mir das Wasser bis zur Brust. Pitschnass ging es dann kriechend durch tiefen, kalten Sand unter einem Tarnnetztunnel durch. Zum Glück waren die Außentemperaturen mild und es war nicht windig, so dass mir trotz der Nässe nicht kalt wurde. Aber ich hatte trotzdem meine Bedenken. Was würde da noch kommen? Noch mehr nass? Schließlich musste ich, im Gegensatz zu den meisten anderen Läufern nochmal auf diese Runde. Diese Gedanken an die 2. Runde gingen mir ständig durch den Kopf und nahmen mir den Spaß und den Genuss an diesem „Gaudi“. Die härtesten Hindernisse kamen dann zum Schluss der Runde auf ca. 1,5 km im Zielgebiet. Es ging einen Hang hoch um anschließend auf einer mit Planen angelegten Wasserrutschbahn herunterzurutschen Angeblich aus Sicherheitsgründen, sollte ich gemeinsam mit zwei Männern eingehakt hinunterrutschen. Das war ein Fehler! Denn wir hatten dadurch so viel Geschwindigkeit drauf, dass es mich in dem Wasserbecken völlig herumwirbelte und ich mit dem Kopf vollständig untertauchte. Erneut Klitschnass ging es unter zu Hilfenahme mit Seilen steil einen Schlammhügel hinauf, anschließend durch eine Becken mit Bällen, durch ein Schlammloch, durch Reifen und noch einigen Schikanen.

Im Zielgebiet herrschte große Stimmung. Der Sprecher begrüßte aller Läufer der kurzen 13,5 km-Distanz im Ziel und beglückwünschte auch den Sieger der langen, 26km-Strecke , der bereits nach 2:05h da war.

 

 

Ja, und ich musste nun noch auf die 2. Runde! Da es mir nicht wirklich schlecht ging, war ein vorzeitiger Ausstieg für mich kein Thema. Das wollte ich nun durchziehen. Andreas prognostizierte ich noch, dass meine Endzeit sicher bei 4 ½ Stunden liegen wird.

 

Auf der 2. Runde war ich jetzt recht einsam. Der Vorteil, man musste an den Hindernissen nicht mehr anstehen. Im Großen und Ganzen ging es mir gut. Ich machte mir keinen Stress, versuchte locker zu bleiben um die Hindernisse „abzuarbeiten“. Meine Zeit war mir egal. Ob ich nun langsam oder richtig langsam war, spielte da eh keine Rolle mehr.
Dann passierte bei den letzten Hindernissen das, was ich befürchtet hatte, Fuß, Bein und Zehen krampften bei jeder falschen Bewegung. Die Helfer erklärten mir, dass das mehreren Läufern so ging. Ich kam damit auch zurecht und konnte den Krampf auch immer schnell wieder lösen.


Ins Ziel kam ich dann wie erwartet nach 4:27h wo mich Möhrchen, die ihren Zieleinlauf schon nach tollen 3:39h hatte, euphorisch in die Arme schloss.

Möhrchens Begeisterung konnte ich nicht ganz teilen, dafür war ich für das Spektakel einfach nicht fit genug und auch nicht mental eingestellt gewesen. Ich denke jedoch, ich hätte richtig Spaß gehabt, wenn ich nur für die 13km angemeldet gewesen und gelaufen wäre. Es ist schon eine besondere Laufveranstaltung, die sicher auch als Teamlauf viel Spaß machen würde und empfehlenswert ist.