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41. Berlin - Marathon am 28.September 2014
 
Ein Bericht von Gabi Lipfert

Es war nicht mein Jahr. Aufgrund einer Verletztung musste ich ab April eine viermonatige Laufpause einlegen. Außer 4 Wochen Fitnesstudio auf dem "Walker"  im Juli und 10 Tage Radtour im August absolvierte ich nicht wirklich ein Außdauertraining. Am 20. August, 5 Wochen vor dem Berlin - Marathon, begann ich wieder mit dem Lauftrainig. Ich fühlte mich wie eingerostet und an Tempo war gar nicht zu denken. Von Woche zu Woche lief es aber besser, jedoch noch weit entfernt von Spaß. Zum ersten Mal hatte ich vor einem Marathonstart Bedenken,  ob ich das läuferich hinbekomme. Als ich nach 3 Wochen dann zum ersten mal wieder 20 km langsam aber problemlos meisterte, stand mein Entschluss fest, meinen 9. Berlin - Marathon zu laufen. Ich setzte dabei nicht zu letzt auch auf die ganz besondere, einzigartige Atmosphäre dieses Laufevents. Der gesamte Lauf ist Adrenalin pur! Die Zuschauer, die wirklich entlang der gesamten Strecke stehen, die Stimmung, die Läufergemeinschaft, das puscht ungemein.

Neben mir, nahmen von unser Laufgruppe Borussia - Friedrichsfelde noch Hartmut Böhm, Annette Kokoschko, Achim Schemel, Gerhard Trebbin und Ingo Zimmermann teil.
Traditionell fuhren wir gemeinsam mit der S-Bahn zum Start, machten das obligatorische Foto vor dem Brandenburger Tor und gingen noch mal stilvoll "pullern" ins Hotel Adlon.

 

Das Wetter war toll. Blauer Himmel, Sonne und angenehm warm. Annette, Hartmut, Achim und ich starteten mit der 2.Welle gegen 9.00 Uhr. Wir hatten uns am Ende des Blockes G eingereiht, als dieser startete und konnten so ganz entspannt und ungehindert loslaufen.

Ich hatte  diesmal keine Rennstrategie. Wollte nur so locker wie möglich laufen bei einem gehofften Schnitt von 7min/km und das möglichst so lange es geht.

Es begann auch so, wie ich es erwartet und erhofft hatte. Die Stimmug puschte. Ich lief locker und problemlos in einem Schnitt um die 06:30 min/km und hatte bis Kilometer 23 nur Spass. Ich fühlte mich in meiner Entscheidung, hier gestartet zu sein bestätigt.

Im Vorfeld wollte ich eigentlich gar nicht, dass Familie und Freunde zum Anfeuern an die Strecke kommen. Jetzt freute ich mich aber darüber und es motivierte mich. Am Kilometer 11 begrüßte mich mein Vater, am Straußberger Platz bei Kilometer 12 standen Annette und Gudrun und etwas weiter Doreen. Möhrchen verpasste mich zwar am Moritzplatz, wir vereinbarten uns dann aber schnell  per Handy bei Kilometer 23, wo sie mich mit Cola versorgte. Bei Kilometer 22 stand zuvor mein Mann Andreas.

Mit Vorfreude steuerte ich Kilometer 26 in Steglitz an, wo mich meine Tochter Katrin mit Freund Felix erwarten wollte. Ich genoss wärend dessen die Atmosphäre. Die zahlreichen Sambagruppen und Trommler am Straßenrand, der Leierkastenmann oder die Bewohner eines Hauses, die mit einer großen Verstärkeranlage auf dem Balkon mit Rockmusik für Stimmung sorgten, machten den Lauf zu einem Genuss.

Am Kilometer 26 standen wie verabredet Katrin und Felix. Ich nahm mir kurz Zeit für einen kurzen Plausch. Obwohl ich langsam müde wurde, wußte ich nun, dass ich das "Ding" heute zu Ende bringen würde. Bei etwa Kilometer 27 überholte ich Achim Schemel, der entsprechend seines Vorhabens, ab Kilometer 21 dem Marathon walkte. Ich war jedoch fest entschlossen, bis zum Ende durchzulaufen auch wenn es nur noch Joggingtempo sein sollte.

Die folgenen 6 km bis zum Kilometer 33 sind für mich immer die schlimmsten. Ich hasse den Hohenzollerndamm! Das wußte ich aber schon vorher, ist an diesem Streckenpunkt nichts neues. Ich bin müde und etwas lustlos. Hoffte nun, dass Möhrchen, wie versprochen am Kilometer 33 mit Coca Cola steht, denn darauf hatte ich jetzt richtig Lust.

Ja, Möhrchen war an Ort und Stelle und versorgte mich. Ich schüttete jede Menge Cola in mich hinein und nahm auch noch ein Gel, sowie ein ein Salzstick. Für den Erhalt meiner Energie war das sicher gut und richtig, allerdings gefiel das meinem Magen gar nicht. So mußte ich mich bei Kilometer 35 kurz übergeben. Das ist allerdings gar nicht schlimm, pasiert mir immer mal wieder beim Marathon und hat keine Folgen. Einmal kurz durschatmen und weiter!

Dann passierte es plötzlich bei Kilometer 36. Ein Krampf im rechten Fuß und Schienbein. Ich mußte stehen bleiben, Gewicht verlagern ... Als ich weiter laufen wollte... Krampf!  Ich fluchte und ging ein paar Meter. Dann erneuter Laufversuch ... "aua"... Krampf! Vorsichtig ging ich weiter, passte auf keine falsche Bewegung zu machen. Möhrchen hatte mich vor dem Lauf mit Salzsticks versorgt, die bei Krämpfen helfen sollten. Ich bat einen Zuschauer um einen Schluck aus seiner Wasserflasche und schluckte damit eine Salzkapsel runter, nach einem Kilometer wiederhlte ich das nochmal. Ich wollte so gerne wieder laufen um endlich anzukommen bzw. erstmal Kilometer 38 zu erreichen, wo Andreas erneut auf mich wartete. Auch war es mir  etwas peinlich zu gehen, denn das passte nicht zu mir und ich war auch nicht so erschöpft um nicht Laufen zu können. Es ging jedoch nicht anders. Bis zu Andreas am Potsdamer Platz bei Kilometer 38 konnte ich nur gehen.

 

Ab Kilometer 38 ging es plötzlich wieder.Vielleicht haben die Salzsticks wirklich was bewirkt? Langsam und bedacht, bloß nicht fehlzutreten ,setzte ich mich wieder in Bewegung und steigerte mein Tempo  allmählich. Nun überholte ich auch wieder einige Läufer. Die Vorfreude auf den Zieleinlauf stellte sich ein. Nach 5:13:56 h überquerte ich dann glücklich die Ziellinie.

Schade, ohne die Krämpfe und der notgedrungenen 2 km Geheinlage wäre ich sogar unter 5h geblieben. Ich bin aber trotzdem, in Anbetracht meines Trainingszustandes, mit dem Ergebnis zufrieden. Vorallem bin ich darüber glücklich, dass ich beim Lauf und auch danach keinerlei Schmerzen im Sinne einer Verletzung verspürte. So dass auch hier, wieder alles bei mir in Ordnung zu sein scheint.

Alle Lauffreunde unserer Laufgruppe sind gut ins Ziel gekommen. Besonders gratulieren wir der Annette Kokoschko und dem Gerhard Trebbin, die ihren 10. Berlin-Marathon absolviert hatten und nun in dem Marathon-Jubilee-Club aufgenommen wurden.

Ergebnisse der Laufgruppe:

Ingo Zimmermann          M45    03:33:43 h

Achim Schemel              M65    05:10:41 h

Gabi Lipfert                  W50    05:13:56 h

Hartmut Böhm              M70    05:33:37 h

Annette Kokoschko       W50    05:41:34 h

Gerhard Trebbin           M70    06:44:34 h