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MARATONA di ROMA  am 18.März 2012

Ein Bericht von Gabi Lipfert

In Gesprächen mit Marathonläufern wurde mir immer wieder der Rom Marathon empfohlen. Als ich hörte, dass sich Jan und Hartmut dafür angemeldet hatten, fasste ich den Entschluss, 2012 auch dort zulaufen.

Am Sonnabend, einen Tag vor dem Lauf flog ich also mit easyJet nach Rom. Hartmut und Jan waren bereits am Freitag geflogen. Ich war das erste Mal in Rom. Da ich mich aber im Internet gut informiert hatte, fand ich mich gut zurecht und gelang schnell für 4€ mit einem Busshuttle zum „termini“ (Hauptbahnhof), wo sich mein Hotel befand.

Nach dem Einchecken zog ich aber sofort wieder los zum Palazzo die Congressi, um dort auf der Marathonmesse meine Startunterlagen abzuholen.

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Ich muss sagen, allein hier bekommt man schon etwas für sein Geld! Neben dem Marathon-Baumwoll-T-Shirt erhält jeder Läufer einen richtigen Sportrucksack mit Marathon-Logo drauf. Dieser dient dann zur Kleiderabgabe am Lauftag. Mit diesem Rucksack war dann auch in diesen Tagen jeglicher Zweifel ausgeräumt, wer hier auf den Straßen Roms Marathonläufer war oder nicht.

Es war jetzt 16.00 Uhr und ich musste mich entscheiden, welche Sehenswürdigkeiten ich mir nun noch anschaue. An vielen sollte ich ja morgen vorbeilaufen. Wenn man Rom hört, denkt man zuerst an Kolosseum und Vatikan/Peterskirche. Da ich ja das Kolosseum beim Marathonstart und Zieleinlauf sehen würde, entschloss ich mich für den Vatikan. Schnell war ich mit der Metro da. Das Wetter war herrlich warm, mit Sonne und blauem Himmel. Da ich ja nun in kürzester Zeit viel von der Stadt sehen wollte, fuhr ich für 7€ mit dem Lift auf die Kuppel der Peterskirche. Der Ausblick auf ganz Rom war gigantisch!

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Per Handy verabredete ich mich dann mit Hartmut und Jan zum Abendbrotessen auf dem
 Piazza Navona, auch einer Sehenswürdigkeit von Rom, wo das Leben pulsiert.

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Am Lauftag war wieder herrlichstes Wetter. Die Sonne schien bei Temperaturen von 18-20°C, dazu immer mal wieder leichter Wind. Start war amKolosseum, also vor bester Kulisse. An die 12000 Läufer sollten an den Start gehen. Gemeinsam mit Jan begab ich mich in den entsprechenden Startblock. Hartmut war als Begleiter mit. Es war schon in Berlin klar, das er nicht laufen würde.

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Da dieser Rommarathon sehr zeitig, zu Beginn der Laufsaison liegt, fühlte ich mich noch nicht optimal vorbereitet. Sicher, ich würde ankommen aber an meiner Tempohärte zweifelte ich. Naja, eine Zeit zwischen 04:30h und unter 5 h sollte es schon sein. Ich hoffte einen Schnitt von 06:30 min/km laufen zu können. Hauptsächlich wollte ich aber den Lauf und dabei die Stadt genießen. Jan ging es ähnlich, allerdings auf etwas höherem Niveau. Er peilte eine Zeit um die 4h an.

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Wie bei jedem Stadtmarathon gab es auch hier Pacemakers, die je nach Zeit an entsprechend farblichen Luftballons zu erkennen waren. Ich ordnete mich im Startblock hinter denen für 04:30h ein. Jedoch schon gleich nach dem Start lief ich mein eigenes Tempo und auch etwas schneller, wie es mir angenehm war. Am Anfang war es recht eng und an manchen Stellen stockte es auch .Dafür gab es viel zu sehen. So den Piazza Venezia mit dem monumentalen Vittoriano, Trajansäule, Cirkus Maximus. An der Pyramide des Ciao vorbei verlassen wir nach ca. 3 km das Stadtzentrum und es geht weiter durch
Wohn- und Gewerbegebiete. Das ist dann recht unspektakulär und es gibt auch kaum Zuschauer. Erst ab Kilometer 14 wird es wieder spannender mit Blick auf Castel Sant´Angelo und in der Ferne die Peterskirche.  Auf dem Weg zum Petersplatz und Vatikan geht es dann auch wieder an vielen Zuschauern und viel Stimmung vorbei.

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Etwa bei Kilometer 15 wurde ich von dem Pacemaker für die 04:30 h überholt. Ich konnte das gar nicht glauben, denn ich war lt. meinem GPS bis dahin deutlich schneller als 06:26 min/km gelaufen. Vor allem ich konnte bzw. wollte zu diesem Zeitpunkt denen nicht folgen. Das demoralisierte mich leider etwas. Ich ärgerte mich über mich selber, dass ich mir hier plötzlich einen Druck aufgebaut hatte, den ich eigentlich nicht wollte. Bei Halbmarathon lag ich dann auch noch mit 02:13h voll auf Kurs.

Bis Kilometer 35 war es von der Strecke eher weniger spannend. Größenteils ging es am Tiber vorbei, wobei man mal ein paar schöne Blicke hatte. Ansonsten war die Streckenführung schon anspruchsvoll mit einigen „Hügeln“ und oftmals Kopfsteinpflaster. Die Versorgung an der Strecke war sehr gut. Alle 5 km erhielt man 0,5l Wasserflaschen, Apfelsinen, Äpfel, Bananen, Kekse und Isogetränk. Das mit den Wasserflaschen war toll. Nachdem man im Laufen in aller Ruhe getrunken hat, konnte man sich noch den Rest über den Körper gießen. Zwischen den Getränkepunkten erhielt man dann jeweils nach 2,5 km immer nasse Schwämme zum erfrischen.

Bei Kilometer 35 waren wir dann zurück im Stadtzentrum. Die Straßen waren nun gesäumt von Zuschauern und es ging von einer Sehenswürdigkeit zur anderen: Piazza Navona, Spanische Treppe, Trevi- Brunnen

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Ja, diese Ablenkung war auch nötig, denn ich fühlte mich jetzt müde und wollte nicht mehr. Ansonsten ging es mir aber gut, nichts schmerzte. Bei Kilometer 40 stand dann Hartmut. Er fotografierte und feuerte mich für die letzten 2 km an. Der letzte Kilometer hatte es dann aber noch in sich. Noch mal rauf auf einen kleinen Hügel am Kolosseum  und dann wieder runter mit „Schlussspurt“ ins Ziel, was ich in einer Zeit von 04:39:36 h erreichte. Das war im Bereich meiner Erwartungen und ich war damit zufrieden.

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Nachdem Umziehen traf ich Jan. Er hatte auch auf den letzten Kilometern zu kämpfen und erreichte das Ziel in guten 04:17:55 h.

Für mich war der Rom-Marathon wieder ein schönes Laufabenteuer, das ich unbedingt weiter empfehle. Nachdem ich nun auch noch am Nachmittag eine Münze in den Trevi - Brunnen geworfen habe, werde ich auch sicher noch mal wieder kommen. Dann allerdings nicht zum Laufen sondern ausschließlich zum Sightseeing.