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Mein Lauf über die Köhlbrandbrücke in Hamburg

Ein Bericht von Annette Kokoschko

 Zum Tag der Deutschen Einheit zog es mich mal wieder nach Hamburg.

Zwar steckte mir noch der Berlin-Marathon in den Knochen, aber dennoch wollte ich unbedingt diesen Lauf über die imposante Brücke wagen.

12 km bei einer Steigung von mehr als 14 Prozent und dies gleich zweimal, nämlich einmal hin und wieder zurück, dies wollte ich als kleinen Test für die Rügenbrücke ausprobieren.

Mit dem Linienbus Berlin-Hamburg ging es morgens um 7 Uhr nach Hamburg. Ein herrlicher Sonnenaufgang begleitete meine Fahrt in den Tag. Pünktlich um 10 Uhr traf ich in Hamburg ein und fuhr mit der S 3 weiter Richtung Veddel. Von dort marschierte ich allerdings glatte 3 km ins Startgebiet. Kein Shuttle stand für die Läufer zur Verfügung.

Ja….so ist das im Norden. Hart aber herzlich.

Im Startbereich herrschte reges Treiben. Im Umkleidezelt traf ich nette Mädels aus Wedel, die ich vom Blankeneser Heldenlauf kannte. Auch ihnen fiel die Entscheidung schwer, was frau anziehen sollte. Es herrschte ein eisiger Wind und irgendwie waren wir wohl alle von der Sonne irritiert.

Der Moderator des Rahmenprogramms formulierte es so:“….es is n‘ bisschen frisch im Gesicht….., aber wenigstens regnet es nicht“.

Alles eine Frage der Betrachtung …… na klar.

Ich entschied mich für ein Langarmshirt und Buff auf den Kopf und marschierte zum Start…..und war mir nicht sicher, ob das eine gute Entscheidung war.

Aber als der Startschuss fiel und wir uns in Bewegung setzen, spürte ich die Kälte kaum noch. Ein lockerer Kilometer nahezu eben ging es im Hafenbereich entlang und dann ging es schon los mit der Brücke und dem langgezogenen Anstieg…… und was ich völlig unterschätzt hatte…..auch mit dem Wind.

Ich lief und schaute auf die verschiedenen Ausblicke, die immer schöner wurden, je höher man auf die Brücke kam……und ärgerte mich, das ich mein Handy nicht dabei hatte, um Schnappschüsse zu machen.

Der Wind peitschte extrem, aber irgendwie versuchte ich mich immer abzulenken und dies gelang mir auch ganz gut. Ich dachte vor allem daran, dass es gleich etwas abwärts gehen müsste und somit das Laufen leichter fallen müsste. Aber dem war nicht so.

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Lauf mal bergab bei starkem Gegenwind. Ich war komplett irritiert und völlig fasziniert von den Fotografen, die sich in der Mitte auf die Leitplanken an die Masten drückten , um so schöne Fotos von den Läufern schießen zu können.

Bei Kilometer 5,5 ging es einmal kurz von der Brücke runter und eine extra Schleife musste absolviert werden. Das war Balsam für meine Beine. Doch dann ging es zurück auf die Brücke in die Gegenrichtung – also das gleiche Procedere nochmal retour.

Ich hatte auf der Rücktour das Gefühl, dass der Wind nochmal zugelegt hatte und stemmte mich mit aller Kraft dagegen. Lief ich abwärts gerade eben noch einen 6er Schnitt, so schaffte ich es nun gerade mal mit einem 7:30er Schnitt vorwärts zu kommen. In Windspitzen war es sogar ein 7:50er Schnitt. Viele um mich herum walkten und verschafften sich bei einem kurzen Foto-Stop eine kurze Verschnaufpause.

Ich lief, wenn auch langsam, immer weiter und motivierte mich selbst mit dem Gedanken, dass der höchste Punkt der Brücke bestimmt bald geschafft ist.

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Als ich ihn erreicht hatte, rollte eine Freudenträne über meine Wange und ich versuchte einfach nur noch locker weiterzulaufen. Abwärts zu laufen, sich dem Wind entgegen zu stemmen und das Gefühl zu haben, doch nicht wirklich vom Fleck zu kommen, war schon irgendwie eine völlig neue Erfahrung für mich.

Das Ziel erreichte ich bei 01:19 h und war überglücklich, es geschafft zu haben. Von 4200 Läufern landete ich auf Platz 842 und sogar auf Platz 71 in meiner AK.